" Dresdens Töchter und Söhne sollten das Erbe ehren, pflegen und erneuern."
Gastbeitrag

Die Legende von Elbflorenz

Eine persönliche Fürsprache zugunsten der Stadt Dresden

In Dresden habe ich die schönste Stadt der Welt gesehen.

Joahnn Wolfgang von Goethe (1749–1832)

deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker

So oder so ähnlich klang es, wenn der wohl bedeutendste Deutsche Schriftsteller von seinen Reisen nach Elbflorenz zu schreiben begann.

Doch allein war er mit seiner Faszination und Leidenschaft für das barocke Dresden längst nicht. So wissen wir heute, um dutzende ähnlich schmeichelhafte Erwähnungen aus der Gilde der Schriftsteller. Ich denke dabei an Persönlichkeiten wie Theodor Fontane, Erich Kästner oder Heinrich Heine.

Faszination Elbflorenz – Was macht die heutige Landeshauptstadt Sachsens so unwiderstehlich?
Nun, nach meinem eigenen Empfinden ist es die außergewöhnliche Ästhetik. Es ist das Zusammenspiel aus architektonischer Pracht, dem unerschöpflichen kulturellen Reichtum und der Flusslandschaft der Elbe. Diese harmonische Verknüpfung von Natur und vornehmem urbanen Flair bildet die unverwechselbare Symbiose.

Die Identität Dresdens stützt sich ohne jeden Zweifel auf die barocke Eleganz in all ihrer Herrlichkeit. Ich habe es in Gedanken vor mir, den Dresdner Zwinger, das Residenzschloss, die Semperoper, die Katholische Hofkirche, das Japanische Palais oder die so wunderbare Frauenkirche. Hinzu kommen die malerischen Kulissen der Elbe mit ihren Brücken, den Elbauen sowie den anliegenden Weinbergen mit exponierten Schlössern.
Mit bestimmter Gewissheit lässt sich sagen: Elbflorenz ist ein Ort der Sehnsucht. Nicht nur für mich persönlich, meine Familie, sondern auch für Millionen Besucher, die die Stadt Dresden jährlich registriert.

Das Erbe von Elbflorenz

Freilich, das Vermächtnis der Vorfahren Dresdens ist nach meiner Wahrnehmung eines der Extraklasse. Doch erkennen wir an, dass sich wohl zu keinem Zeitpunkt eine Generation isoliert von der Geschichte sah. Unentwegt sahen sich die Dresdner in einem Kontinuum aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Immer sahen sie sich veranlasst, das Erbe der Vorfahren zu bewahren und für die Nachkommen mit eigener Arbeit anzureichern. Nur deswegen wurden über Jahrhunderte Kirchen, Schlösser und Wahrzeichen errichtet, Wissen angehäuft und für kommende Generationen festgehalten. Ihre Töchter und Söhne sollten das Erbe ehren, pflegen und erneuern – wie auch sie das Erbe ihrer Vorfahren erhalten und erneuert hatten. Die Bürger Dresdens sind heute Teil einer beeindruckenden Vergangenheit und einer aussichtsreichen Zukunft.

Elbflorenz in Ewigkeit

Nach allem was wir heute wissen, kann die Antwort auf die Frage nach Hoffnung und Zuversicht sowie dem festen Willen etwas bleibendes zu hinterlassen, einzig auf die Verbindung zur Vergangenheit rekurrieren. Einer Vergangenheit aus städtebaulicher und kultureller Hinsicht. Eine Vergangenheit aus belastbaren Gemeinschaften als Folge von Stabilität und Kontinuität. Eine Vergangenheit, die den ständigen Ausgleich zwischen Nostalgie und Neugier fand. Und vor allem eine Vergangenheit des unerreichten Bestrebens zur Rekonstruktion.

Mein Plädoyer könnte stärker nicht sein, wenn ich um Fürbitte werbe. Fürbitte zugunsten jener Kräfte, die den Wiederaufbau der Carolabrücke in Dresden nach historischem Vorbild von 1892 forcieren. Sie erkennen die historische Verantwortung und nutzen die Gelegenheit selbst Teil einer Legende zu werden. Die Legende von Elbflorenz.

Nordhausen, Februar 2025
Stefan Kohls

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Stefan Kohls

Wiederaufbau Carolabrücke Dresden nach historischen Vorbild von 1892.

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